Descartes-Gymnasium
Neuburg / Donau

Schmunzeln mit Schlangen

Das P-Seminar "Journalistik" verfasst aktuelle Artikel und zwischendurch auch literarische Schmankerl. Diesmal: "In der Schlange"


Großbritannien. Der Deutsche steht in der Schlange. Der Brite fragt: "Are you in the queue?". Das hört sich zwar höflich an, bedeutet aber "Wissen Sie nicht, wie man sich anstellt?". Nur weil er mehr Abstand ließ. Er nickte, sah auf seine Uhr und erschrak - zu spät. Er beschloss sich etwas vorzudrängeln. Die Briten, zu gut erzogen, um ihn daran zu hindern, kommentierten das mit gezischtem "tststs". Irritation, denn dass man das Queuing hier besser schnell lernen sollte, wusste er nicht.
(von Lena Rein)


Blau.

Blau und klar.

Die großen Kulleraugen in dem runden kleinen Gesichtchen blicken so unschuldig drein.

Das Herz noch leicht und unbeschwert.

Auf einmal fängt das Kind an zu weinen und zu quengeln.

Wir stehen jetzt auch schon mindestens fünfzehn Minuten in der Schlange an der Kasse.

Ich wünsche mir, ich hätte auch ein wenig von dieser Unbeschwertheit.

Mein größtes Problem wäre das lange Warten an der Kasse. In der Schlange. (von Tamara Maraun)


Ihr Magen knurrt. Es ist eisig kalt. Vor ihr stehen nicht nur Junkies und Alkis. Viele Menschen stehen da, alle mit diesem ganz bestimmten Blick. Mütter mit Kindern, Familien. Alle haben sie ihn, leere Plastiktüten und Mägen. Ihre Hände sind jetzt starr vor Kälte. Dann ist Sie vorne. Sie tut sich immer noch schwer, ihre Tüte aufzuhalten und Lebensmittel von der älteren Frau mit Brille hinein wandern zu lassen. Aber sie ist unendlich froh, dass es diese Frau gibt. (von Katharina Wahlich)


Missmutig häufte ich meine Einkäufe aufs Förderband. Alles ungesund – noch eine missglückte Diät, die dritte diese Woche. Am Dienstag! Die Frau vor mir kümmerte das anscheinend nicht. Trotz ihrer Figur so viele Süßigkeiten... Ganz anders der Herr hinter mir: Er kaufte nur Salat. Ich wollte ihm gerade sagen, welch` Inspiration er sei, da fischte er sich Zigaretten aus dem Metallkasten. Vorbildlich! Plötzlich erschreckte mich die Stimme der Kassiererin: „He, Sie! Aufwachen!" Wie oberflächlich, dachte ich und kramte nach meinem Portemonnaie. (von Kathrin Wolf)


An einem warmen Sonntagnachmittag war ich mit einer Freundin in der Stadt unterwegs. Wir hatten tierisch Lust auf eine Kugel Eis und suchten eine Eisdiele auf. Wie bei diesen Temperaturen zu erwarten war, fanden wir uns in einer furchtbar langen Schlange beim Eisverkauf wieder. Vor uns in der Schlange machte ein Paar alle auf sich aufmerksam, da sie lautstark diskutierten, wer von beiden nun das Eis dem anderen ausgeben darf. Wir dachten uns nur...Wenn man sonst keine Probleme hat...
(von Lisa Daferner)


Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

Den lässt er von der Schlange beißen.

Den lässt er in der Schlange warten,

Sieht weder Berg noch Wald noch Garten.

 

Die Armen, die von ihr gebissen,

Erquicket weder Sonn’ noch Leben,

Von Wut und Warten sie nur wissen,

Soll man dem Vordermann vergeben?

 

Wer lässt denn gerne jemand’ walten,

Der Warteschlangen will erhalten?!

Oh Gott – Da will noch jemand feilschen,

Das Ende! Wird uns Freud’ verheißen. (von Michael Hafner; frei nach: J. von Eichendorff – Der frohe Wandersmann)


Kein Job. Kein Geld. Kein Zuhause. Der einzige Ausweg eine neue Arbeit. Doch um an diese zu kommen, steht man erst mal in einer endlos scheinenden Schlange.
Egal ob gelernter Bäcker, Maurer, Verkäufer – alle warten sie im Amt auf eine neue Perspektive, um einen Ausweg aus Harz IV zu finden. Doch nicht für jeden endet das Warten in der Schlange. (von Stefanie Kneißl)


Es war einmal eine Schlange, ihr Name war Klaus.

Für einen Asiaten war sie ein Augenschmaus.

Doch sie zu essen war ein Graus,

denn in der Schlange war eine Maus

und die kam dann aus des Asiaten Mund `raus.

Danach war` s aus. (von Luis Marques)


Die Schlange schlängelte sich bedrohlich auf mich zu. Absonderliche Laute waren von ihr zu hören, die ich nicht mit einer Schlange verbinden konnte. Immer näher kam sie zu mir. Langsam wurde ich nervös und Schweißperlen sammelten sich auf meiner Stirn. „Heiß hier", dachte ich. Sie war direkt vor mir. „Komm häng dich dran und feier` mit uns! Ran an die Polonaise!" (von Fabian Klingenberg)


 „Verehrte Kunden, Kasse 2 schließt nun, wir bitten Sie Kasse 1 aufzusuchen" – das ist eine Durchsage, die wohl schon ein jeder Supermarktkunde zu hören bekommen hat. Und doch kann man es ein um das andere Mal einfach nicht glauben. Gerade jetzt. Später Nachmittag. Feierabendzeit. Der Supermarkt platzt aus allen Nähten. Natürlich ist nun die beste Gelegenheit, um die Kasse zu schließen. Es ist doch vollkommen logisch, schließlich verbringt doch jeder gerne seine Zeit in Warteschlangen, man hat doch sonst nichts Besseres zu tun. Wer will sich denn schon nach einem harten Arbeitstag entspannen und die freie Zeit genießen? (von Benedikt Buttmann)


 

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