Descartes-Gymnasium
Neuburg / Donau

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Der Beruf des FotografenFotografin

Interview mit der Fotografin Andrea Appel-Fischer

Geführt von Barbara Omasreiter und Pia Dick

Andrea Appel-Fischer: 52 Jahre alt, verheiratet, wohnt mit ihrem Mann in Weichering, hat ein eigenes Fotostudio in Weichering

Pia & Barbara: Warum haben Sie sich dazu entschieden, Fotografin zu werden?

Andrea: Ich wollte gar nicht Fotografin werden, ich wollte aber immer einen kreativen Beruf haben. Eigentlich wollte ich immer gerne Goldschmiedin werden, dabei hätte ich jedoch noch zwei Jahre lang auf einen Ausbildungsplatz warten müssen, aber wie die meisten Jüngeren hatte ich keinen „Bock" auf Schule und wollte lieber gleich arbeiten. Deshalb habe ich mich bei einem Fotogeschäft beworben, Fotografin stand aber nie zur Debatte, ich hatte mich als Fotolaborantin beworben, weil mir Chemie und Physik schon immer Spaß gemacht haben. Sie haben mich auch eingestellt, aber dann haben sie gesagt, dass ich immer nach München fahren müsste. Ich solle doch eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau machen, aber ich dürfe trotzdem noch alles im Labor machen. Ich habe also die Ausbildung angefangen und trotzdem im Labor weiter gearbeitet. In meiner Freizeit habe ich hin und wieder fotografiert. Als die Tochter meines damaligen Chefs meine Bilder gesehen hat, meinte sie, dass ich ein tolles Auge für Motive habe und ich solle doch eine Ausbildung zur Fotografin machen. Ich habe mir das dann überlegt und mir gesagt, ja ok das wäre schon was. Zuerst habe ich dann meine Lehre als Einzelhandelskauffrau abgeschlossen und dann habe ich noch mal drei Jahre lang Fotografin gelernt. Und so ist es gekommen, dass ich den schönsten Beruf der Welt habe. Ich habe dann, nachdem ich drei Jahre lang Gesellin war, meinen Meister gemacht.

P & B: Was hat Sie dazu bewegt, Ihr eigenes Fotostudio zu eröffnen, und wann haben Sie es eröffnet?

A: Mein eigenes Fotostudio habe ich 2001 eröffnet. Eigentlich wollte ich mich auch nie selbstständig machen, da meine Eltern ja auch ein Geschäft hatten und ich weiß, dass ein eigenes Geschäft sehr viel Arbeit bedeutet und das wollte ich eigentlich nicht. Dann habe ich zu der Zeit aber einen neuen Chef bekommen, und mit dem bin ich gar nicht klar gekommen und so hat mein Mann gesagt: „Komm Andrea, du bist so gut und arbeitest eh so viel, mach dich doch selbstständig." Ja und dann haben wir das probiert und sind jetzt seit 15 Jahren selbstständig.

P & B: Was macht man den ganzen Tag, wenn man als Fotografin arbeitet?

A: Also zunächst lernt man viele Menschen kennen. Ich fotografiere ja alles, Babys, Kinder, Familien, Hochzeiten, junge Mädchen, alte Menschen und viel mehr. Man fotografiert also sehr viel. Viele meinen, ich fotografiere den ganzen Tag nur, aber das ist nicht so. Wenn ich beispielsweise vier Stunden lang am Tag fotografiere, dann verbringe ich mindestens die doppelte Zeit, am Computer, also mit Fotobearbeitung.

P & B: Welche Voraussetzungen benötigt man Ihrer Meinung nach, um Fotografin zu werden?

A: Also, da es ja ein sehr kreativer Beruf ist, braucht man natürlich schon kreative Ideen, man muss kontaktfreudig sein, man muss auf Menschen zugehen können und man muss immer bereit sein, etwas Neues dazuzulernen. Man darf in diesem Beruf nicht stehenbleiben und man muss sich immer fortbilden. Das ist das Wichtigste.

P & B: Welche besonders lustige Sachen sind Ihnen in Ihrem Beruf schon passiert?

A: Was halt immer lustig ist, sind Familienshootings. Da kommt die ganze Familie hintereinander ins Studio und wie es so ist bei einer Familie, einer hat immer gar keinen „Bock" und den muss ich dann immer dazu motivieren, mitzumachen. Meistens sind das entweder der Vater der Familie oder pubertierende Jungen. Ich finde es dann immer lustig, wenn die dann aber alle gut aufgelegt und mit einem Lächeln gehen.
Lustig war auch, als eine Auszubildende Kommunion-Dankeskarten bestellen sollte. Aber anstatt das Bild vom Kommunionkind zu bestellen, hat sie aus Versehen das Bild der Ratte auf die Karte drucken lassen, die ich am Tag zuvor fotografiert habe. Dann hatten wir 40 Dankeskarten von einer Ratte. Das war sehr lustig, da denke ich immer noch dran.

P & B: Vielen Dank für das Gespräch, es hat uns viel Spaß gemacht.

A: Nichts zu danken.

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