Descartes-Gymnasium
Neuburg / Donau

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 Grundwissen 8.Klasse

1. Die Französische Revolution und Europa

14.7.1789: Beginn der Französischen Revolution

Die Erstürmung der Bastille am 14. Juli 1789 sahen Zeitgenossen und Nachwelt als Auftakt und Symbol der Französischen Revolution.

Eine Revolution (lat. Revolutio = Umwälzung) ist ein absichtlicher, meist gewaltsamer und rascher Umsturz einer bestehenden politischen und gesellschaftlichen Ordnung.

Ein solch tiefgreifender Wandel beschränkt sich nicht nur auf ein Ereignis. So kamen in Frankreich verschiedene Entwicklungen zusammen:

  1. Die Revolution der Nationalversammlung, die eine Verfassung ausarbeitet und die Privilegien von Adel und Klerus aufhebt.
  2. Die Revolution in Paris mit dem Sturm der Bastille.
  3. Die Revolution der Bauern, die zum Ende der Leibeigenschaft führt.

1806 Ende des Heiligen Römischen Reichs

1806 verbündeten sich 16 deutsche Staaten politisch und militärisch mit Napoleon im „Rheinbund“ und erklärte ihren Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Der Kaiser Franz I. legte deshalb die Kaiserkrone nieder und nannte sich nur noch „Kaiser von Österreich“. Damit endete das Reich, das seit der Kaiserkrönung Ottos der Großen (962) bestanden hatte.

Aufklärung

Bezeichnung für eine Denkrichtung in Europa im 17. Und 18. Jahrhundert. Die Aufklärer wollten „das Licht der Vernunft“ gegen kirchliche, feudale und absolutistische Traditionen verbreiten. Zentrale Gedanken waren die Auffassung von der Freiheit und Gleichheit aller Menschen und von der Toleranz gegenüber anderen Meinungen. Mittel zur Durchsetzung der Aufklärung waren vor allem Wissenschaft und Erziehung. Mit der Aufklärung verbindet sich ein optimistischer Glaube an den Fortschritt und die Kraft der Vernunft. Die Aufklärung war ein geschlossenes Denksystem, hatte jedoch enorme Auswirkungen: Die Ideen der Aufklärer haben entscheidend zu Umsturz der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Frankreich und anderen Ländern um 1800 beitragen.

Bürgertum

Im Mittelalter und Früher Neuzeit die freien, vollberechtigten Stadtbewohner, meist Kaufleute und Handwerker; ab dem 18. Jahrhundert Angehörige eier durch Besitz, Bildung und Einstellung gekennzeichnete Schicht, die sich von Adel, Klerus, Bauern und Arbeiter abhebt. Im 19. Und 20. Jahrhundert gelten Unternehmer und Geschäftsleute als Besitzbürger, zu den Bildungsbürgern zählen Freiberufler, höhere Beamte oder Angestellte mit akademischer Bildung; Kleinbürger sind Handwerker oder Kleinhändler. Der Begriff „Staatsbürger meint dagegen alle Einwohner eines Staates mit gleichen „bürgerlichen“ Rechten, z.B. vor Gericht oder bei Wahlen.

Code Civil

Französisches Gesetzbuch von 1804, nach dem Auftraggeber auch „Code Napoléon“ genannt. Der Codo Civil garantiert wichtige Errungenschaften der Französischen Revolution, wie die persönliche Freiheit und die Gleichheit vor dem Gesetz, und beeinflusste viele bis heute gültige Gesetzbücher, z.B. das Bürgerliche Gesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland.

Gewaltenteilung

Aufteilung der staatlichen Gewalt in

  • Gesetzesgebende Gewalt (Legislative)
  • Gesetzesvollziehende, ausführende Gewalt (Exekutive)
  • Rechtssprechende Gewalt ( Judikative)

Die Gewaltenteilung soll die Machtkonzentration in einer Person oder einer Institution verhindern.

Kaisertum Napoleon

Nach der Volksabstimmung krönte sich Napoleon Bonaparte 1804 zum „Kaiser der Franzosen“, Frankreich wurde damit nach den Revolutionsjahren wieder Monarchie. Napoleon sah sich als Nachfolger Kaiser Karls der Großen und wollte mit dem Kaisertitel auch seine Macht nach außen demonstrieren. Nach militärischen Niederlagen wurde Napoleon 1814 als Kaiser abgesetzt und nach Elba, später nach St. Helena verbannt, wo er auch starb.

Menschenrechte

Kernstück der Naturrechtslehre sind die Menschenrechte, also Rechte die jeder Mensch unabhängig von seiner Stellung in Staat, Gesellschaft, Familie, Beruf, Religion und Kultur allein schon durch seine Geburt besitzt. Menschenrechte gelten ohne Rücksticht au Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, politische oder weltanschauliche Vorstellungen, nationale oder soziale Herkunft. Zu den Menschenrechten zählen das Recht auf Leben, die Gleichheit aller Menschen, die Freiheit des Glaubens und das Recht auf freie Meinungsäußerung

Montgelas

Maximilian Joseph Graf von Montgelas (1759-1838) stammte aus der bayerisch-savoyischen Adelsfamilie. Während seines Studiums in Frankreich kam er mit den Ideen der Aufklärung in Berührung. Als wichtigster Berater und Staatsminister der Kurfürsten und späteren Königs Max Josef war er verantwortlich für die inneren Reformen in Bayern am Anfang des 19. Jahrhunderts. Montgelas gilt als Schöpfer des modernen bayerischen Staates.

Nation

Eine große Gruppe von Menschen die sich durch ihre Sprache, Kultur, Geschichte oder durch eine Verfassung verbunden fühlt. Nationen haben oder wollen eine gemeinsame staatliche Organisation und grenzen sich von anderen Nationen ab.

Nationalversammlung

Bezeichnung für eine gewählte Volksvertretung, die eine Verfassung für den Staat erarbeiten soll.

Verfassung

Eine Verfassung beschreibt die grundlegende Ordnung eines Staats und legt die Rechte und Pflichten der Bürger sowie die Aufgabe der verschiedenen Staatsorgane, z.B. des Parlaments und der Regierung, fest. Eine demokratische Verfassung wird meist schriftlich festgehalten, garantiert die Menschenrechte und regelt die Aufteilung der staatlichen Gewalt.

Volkssouveränität

Ein Grundprinzip der Demokratie: Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus, das seinen Willen direkt oder indirekt über gewählte Abgeordnete zu Geltung bringt. Die Volkssouveränität wird nur durch die in der Verfassung festgelegten Menschenrechte beschränkt.

 

2. Einigkeit und Freiheit – Deutschland 1815 bis 1849

1804 Wiener Kongress

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde eine Neuordnung Europas erforderlich. Diese bewerkstelligten führende Staatsmänner Europas auf dem Wiener Kongress (1814/15)

Drei Prinzipien bestimmten die Beschlüsse:

  1. Restauration: Damit ist die Wiederherstellung der politischen Verhältnisse gemeint, wie sie vor der Französische Revolutionen herrschten.
  2. Legitimation: Damit versuchten die ehemaligen aristokratischen Herrscherhäuser, ihren Herrschaftsanspruch zu begründen.
  3. Solidarität: Um gegen die neuen Ideen (Freiheitsstreben und Nationalismus) wirksam vorgehen zu können, schlossen sich die Fürsten zusammen (Heilige Allianz zwischen Österreich, Russland und Preußen).

1832 Hambacher Fest

Das Hambacher Fest erlangte als „deutsches Nationalfest“ und politische Demonstration einen beachtlichen Zulauf. Die Verbindung der Forderungen nach einem starken Nationalstaat und nach Zusicherung weitreichender Freiheitsrechte erwies sich als eine Klammer für die oppositionellen Kräfte. Auch in der Ablehnung der Fürstenmacht waren sich die Teilnehmer einig, was die alten Herrschaftsträger in Unruhe versetzte.

1848/49 Revolution in Deutschland

In mehreren deutschen Staaten kam es im März 1848 zu revolutionären Unruhen. In Wien und Berlin starben bei Barrikadenkämpfen zahlrieche Revolutionäre, die sich für die Freiheit und nationale Einheit einsetzten. Die Paulskirchenversammlung – das erste gewählte gesamtdeutsche Parlament – sah sich vor die Aufgabe gestellt, eine Verfassung zu erarbeiten und die Einzelstaaten zu einer Einheit zusammenzuführen. Als die Entscheidung für eine konstitutionelle Monarchie gefallen war, lehnte der als Staatsoberhaupt vorgesehene preußische König die ihm angetragene Kaiserkrone ab. Damit war die Paulskirchenversammlung gescheitert. Die alten Herrschaftsträger konnten in der Folgezeit durch den rücksichtslosen Einsatz des Militärs ihre Macht zurückerobern.

Deutscher Bund

Lockerer Zusammenschluss der deutschen Staaten seit 1815; es fehlte eine einheitliche Regierung ebenso wie eine Verfassung. Zentrales Organ war die Bundesversammlung in Frankfurt, von der allerdings keine starke politische Wirksamkeit ausging.

Liberalismus

Mit dem Begriff Liberalismus wird eine politische Bewegung bezeichnet, sie sich in Deutschland nach dem Wiener Kongress herausbildete. Das zentrale Anliegen war die Sicherung der Freiheitsrechte des Einzelne. Insofern wandten sich die Liberalen gegen jede Bevormundung durch den Staat. Um die persönlichen Rechte gewährleisten zu können, drängten sie auf den Erlass einer Verfassung, in der die Grundrechte verbrieft sein sollte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts spielten die Liberalen in den politischen Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle, ohne jedoch ihre Ziele vollständig durchsetzen zu können.

Nationalismus

Politische Bewegung, die darauf beruht, dass sich die in einem bestimmten Gebiet zusammenlebende Menschen ihrer Gemeinsamkeiten als Nation bewusst werden (z.B. Sprachen, Kultur, Geschichte) und sich von anderen „Nationen“ abgrenzen. In Deutschland erwachte das Nationalbewusstsein im Zusammenhang mit den Befreiungskriegen gegen die napoleonische Fremdherrschaft.

 

 3. Leben in Deutschland 1850 – 1914

1871 Reichsgründung

Die Gründung des Deutschen Reiches im Januar 1871 erfolgte durch die Proklamation (amtliche Verkündigung, Ausrufung) des preußischen Königs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser. Nach längeren Verhandlungen mit den süddeutschen Staaten gelang damit die Gründung eines Nationalstaates – als „kleindeutsche“ Lösung.

Arbeiterbewegung

Gesamtheit der Organisationen der Industriearbeiter, die mit der Industrialisierung und dem kapitalistischen Wirtschaftssystems seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Europa entstanden. Die Arbeiterbewegung entwickelte sich zu einer Massenbewegung mit Arbeiterparteien und Gewerkschaften. Sie verstand sich als „Klassenbewegung“, in sich jedoch stark differenziert, mit z.B. traditionellen Handwerkern und „modernen“ Industriearbeitern. Hauptziele der Arbeiterbewegung waren die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Arbeiterschaft sowie die politische Emanzipation in einem demokratischen Staat.

Bismarck

Otto von Bismarck (1815 – 1898) entstammte einer alten preußischen Landadelfamilie und wurde im Sinne konservativer, monarchisch geprägter Werte erzogen. Als konservativer Abgeordneter im preußischen Landtag tat er sich dort als Kämpfer gegen die Revolution von 1848 hervor. 1862 berief ihn König Wilhelm I. zum preußischen Ministerpräsidenten. Bismarcks aggressive Kriegspolitik nach außen und seine geschickte Diplomatie gegenüber den deutschen Fürsten führten 1871 zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs, dessen Politik er als Reichskanzler bis 1890 bestimmte.

Deutsches Kaiserreich

Unter dem amtlichen Namen „Deutsches Reich“ wurde mit der Gründung eines deutschen Staates 1871 an die Tradition des „alten“ (deutschen) Reiches vom Mittelalter bis 1806 angeknüpft. Innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches („Kaiserreich“ 1871 – 1918) lebten etwa 42,5 Millionen Einwohner. Das Kaiserreich, unter der Dominanz des preußischen Staates (Bismarck) begründet, war schon zur Zeit seiner Gründung politische umstritten.

Industrielle Revolution

Als „Industrielle Revolution“ werden die tiefgreifenden technischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen bezeichnet, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England und im übrigen Europa im 19. Jahrhundert begannen. Wesentliche Merkmale waren der Einsatz von Maschinen, die Arbeitsteilung und die Massenproduktion in den entstehenden Fabriken. Der Begriff „Revolution“ wird wegen des für zeitgenössische Beobachter schnellen Verlaufs und der drastischen Veränderung der Arbeits- und Lebensweise vieler Menschen verwendet. Mit „Industrialisierung“ wird der längerfristige Wandel seit dem 18. Jahrhundert in Europa weltweit bezeichnet.

„Kulturkampf“

Bezeichnung des liberalen Abgeordneten Virchow von 1873 für den grundlegenden Konflikt zwischen dem Deutschen Reich und der katholischen Kirche um die (Neu-)Bestimmung des Verhältnisses von Staat und Kirche. Bismarck scheiterte am Widerstand der katholischen Kirche.

Parteien

(lat. pars=Teil). In der Politik der Zusammenschluss von Menschen mit gemeinsamen politischen Vorstellungen und Zielen. Merkmale einer Partei sind:

  1. dauerhafte Organisation
  2. Parteiprogramme
  3. Wille zur Einflussnahme, z.B. durch Wahlen und Teilnahme an der Regierungsgewalt.

Parteien im modernen Sinne entstanden mit dem Parlamentarismus seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aus Wahlverein und politischen Klubs.

Reichstag

Der Reichstag von 1871 wurde als Volksvertretung nach dem gleichen, geheimen, direkten Mehrheitswahlrecht von Männern über 25 Jahren gewählt. Er hatte in der Verfassung gegenüber dem Kaiser und dem Bundesrat eine schwache Stellung. Alleiniger Inhaber der Souveränität blieb der Kaiser. Die Regierung war dem Parlament gegenüber nicht verantwortlich. Lediglich der Staatshaushalt (ohne Militäretat) wurde von ihm allein beschlossen.

Soziale Frage

Unter sozialer Frage wird die wirtschaftliche und soziale Notlage der entstehenden Industriearbeiterschaft in der frühen Industrialisierung verstanden, vor allem: unsichere Arbeitsplätze, häufige Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne, überlange Arbeitszeiten, fehlende soziale Sicherung und Wohnungselend.

Sozialgesetzgebung

Von Bismarck 1883 bis 1889 als „Antwort“ auf die „soziale Frage“ und die Arbeiterbewegung eingeführte Gesetze zur Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung. Beginn einer modernen staatlichen Sozialpolitik.

Sozialismus

(von lat. socius = Genosse). Sozialismus wurde als politisches „Gegenmodell“ zum „bürgerlichen Liberalismus“ entworfen und stellt die Interessen der Gemeinschaft und Gesellschaft über die Rechte des Individuums. An die Stelle des Privateigentums an Produktionsmitteln tritt das Volkseigentum. Die Gleichheit aller Menschen innerhalb der Gesellschaft gilt als eines der obersten Ziele. Sozialistische Ideen wurden als Ziele einer Reform des Liberalismus/ Kapitalismus von der europäischen Arbeiterbewegung, des 19. und 20. Jahrhunderts aufgenommen, z.B. in der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften, jedoch mit der Idee der Demokratie verbunden. Die Verwirklichung sozialistischer Ideen in Herrschaftssystemen im 20. Jahrhundert (z.B. in der Sowjetunion) scheiterte vor allem an mangelnder Freiheit für die Menschen und an wirtschaftlicher Ineffektivität des sozialistischen Systems. Als Kommunismus wurde – vereinfach formuliert – die „Endstufe“ der sozialistischen Gesellschaft verstanden.

Sozialistengesetz

Von Reichskanzler von Bismarck 1878 durchgesetztes „Sondergesetz“ zur Unterdrückung der Sozialdemokratie (Auflösung von Vereinen, Ausweisungen, Druckverbote). Das Gesetz wurde 1890 aufgehoben.

 

4. Imperialismus und der 1. Weltkrieg

1914 – 1918: Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg unterscheidet sich grundlegend von bisherigen Kriegen durch: die Zahl der Opfer (etwa 10 Millionen, 20 Millionen Verwundete und Invaliden), das Ausmaß der Zerstörung, die militärisch-territoriale Ausdehnung, den Einsatz von Millionenheeren und einer gewaltigen Militärmaschinerie mit Luft- und Panzerwaffen. Unmittelbarer Kriegsanlass war das Attentat von Sarajewo.

Langfristige Ursachen liegen in machtpolitischen Gegensätzen und Interessenskonflikten im europäischen Staatensystem und Rivalitäten, die sich aus der imperialistischen Politik ergaben.

Attentat von Sarajewo

Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Ferdinand von 28. Juni 1914 wurde zum Anlass für den Beginn des Ersten Weltkrieges. Aus regionalen Spannungen auf dem Balkan wurde ein kriegerische Auseinandersetzung zwischen den europäischen Großmächten.

Imperialismus

Als Imperialismus wird die Herrschaft infolge seiner industriellen Entwicklung weiterentwickelten Staates über weniger entwickelte Länder bezeichnet. Die Epoche des Imperialismus umfasst den Zeitraum zwischen 1880 und 1918.

Während dieser Zeit betrieben die europäischen Großmächte eine Politik des expansiven (sich ausdehnenden) Nationalismus. Imperiale Herrschaft wurde „direkt“ (Besetzung und Einrichtung einer Kolonialregierung) oder „indirekt“ (Kontrolle über die eingesetzte einheimische Regierung) ausgeübt.

Lenin

Deckname von Wladimir Iljitsch Uljanow (1870 – 1924), russischer Revolutionär und Politiker, unter dessen Führung gemeinsam mit Leo Trotzki die Russische Revolution (Oktober 1917) durchgeführt wurde.

Russische Revolution

Die Russische Revolution von 1917 stellt einen bedeutenden Einschnitt in der Geschichte des 20. Jahrhunderts dar. Sie führte zum Sturz des Zaren, zu einer radikalen Umwälzung der Machtverhältnisse in Russland und schließlich zur bolschewistischen Einparteienherrschaft. Sie wird als Ausgangspunkt des späteren Ost-West-Konflikts gesehen.

Vertrag von Versailles

Der Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919 beendete den Ersten Weltkrieg völkerrechtlich zwischen dem Deutschen Reich und den Siegermächten. Er sprach Deutschland die Alleinschuld am Esten Weltkrieg zu, bestimmte die neuen Grenzen Deutschlands und regelte Reparationszahlungen und Rüstungsbegrenzungen.

Völkerbund

Staatenvereinigung von 1920 bis 1946 (Auflösung nach Gründung der UNO) zur Sicherung des Weltfriedens und zur wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit. Erste Mitglieder: die Siegermächte des Ersten Weltkrieges (ohne USA) und 13 neutrale Staaten. Die Wirksamkeit des Völkerbundes wird allgemein als gering beurteilt.

Wilhelm II. (1859 – 1941)

Deutscher Kaiser und König von Preußen (1888 bis 1918), ältester Sohn Kaiser Friedrichs III. (1888), Enkel von Wilhelm I., Deutscher Kaiser 1871 – 1888. Wilhelm II. geriet nach seiner Thronbesteigung rasch in Konflikt mit Bismarck. Forsches Auftreten nach außen („Säbelrasseln“) und äußerer Pomp überspielten die inneren Spannungen und Konflikte der deutschen Gesellschaft. Wilhelm II. wurde nach Auffassungen in der Geschichtsforschung seinem selbst auferlegten Führungsanspruch nicht gerecht, seine Politik führte in den Ersten Weltkrieg. Nach dem Sturz der Monarchie 1918 ging er ins Exil in die Niederlande.

 

5. Weimarer Republik

1918 Novemberrevolution

Umsturz der politischen Machtverhältnisse in Deutschland am 9. November 1918 und in den folgenden Wochen: Sturz der Monarchie, Ausrufung der Republik, Zurückdrängen des Rätesystems zu Gunsten einer parlamentarischen Demokratie.

1923 Hitlerputsch

Der Hitlerputsch vom 8./9. November stellte eine starke Gefährdung der Weimarer Demokratie im Krisenjahr 1923 dar. Der Putsch scheiterte am Widerstand der bayrischen Landespolizei. Das milde Urteil – immerhin waren 4 Polizisten erschossen, Banknoten geraubt und Geiseln genommen worden – zeugt von starker Voreingenommenheit des Gerichts gegenüber den Angeklagten.

Inflation

Inflation, lat. „Aufblähung“, ist eine anhaltende Geldentwertung, die durch eine starke Vermehrung der umlaufenden Geldmenge gegenüber dem Güterumlauf entsteht. Als Folge steigen die Preise, es setzt eine Flucht in Sachwerte ein, wie z.B. in den Anfangsjahren der Weimarer Republik. Die Inflation wird am Anstieg des allgemeinen Preisniveaus gemessen. Bei über 50% Preisanstieg in einem Jahr wird von „Hyper-Inflation“ gesprochen. Mit der Stabilisierung der Währung ab November 1923 war eine Billion Papiermark nur noch eine Goldmark wert.

Weimarer Verfassung

Die Weimarer Verfassung trat am 11. August 1919 in Kraft. Deutschland wurde damit eine parlamentarische Republik, in der die Staatsgewalt vom Volke ausging, repräsentiert durch die gewählten Abgeordneten des Reichstags.

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