Descartes Gymnasium Neuburg a. d. Donau

naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium


Wiedererweckung eines toten Dichters: Jacobus Balde in Neuburg

Eine Lesung (nicht nur) für Kinder und Jugendliche
Projekt der Fachschaft Latein anlässlich der Langen Nacht der Museen in Neuburg

Schüler bei der Balde-Lesung

  Nur ganz wenigen Neuburgern dürfte der Name Jacobus Balde vertraut sein. Jacobus Balde, der größte literarische Star des Barock, ein Bestsellerautor, der nicht nur von Päpsten, sondern auch vom Sonnenkönig in Versailles begeistert gelesen und gefeiert wurde, ist fast völlig in Vergessenheit geraten, was nicht zuletzt daran liegt, dass er seine Werke meist auf Lateinisch verfasst hat. In Neuburg erinnert einzig eine Gedenktafel in der Hofkirche an den Jesuitenpater und Hofprediger des Pfalzgrafen Philipp Wilhelm.

In den letzten beiden Jahren hat Prof. emer. Wilfried Stroh mit zwei begeisternden Vorträgen in Neuburg eine kleine Balde- Renaissance eingeläutet. Richteten sich diese beiden Veranstaltungen vor allem an ein erwachsenes Publikum, so sollte der Dichter nun im Rahmen von zwei Lesungen, die anlässlich der Langen Nacht der Museen im Kongregationssaal stattfanden, hauptsächlich Kindern und Jugendlichen vorgestellt werden. Dazu hatte StRin Gabriele Kaps eine halbszenische Lesung zusammengestellt, die von acht Lateinschülerinnen und Lateinschülerin der 7. bis 10. Jahrgangsstufe vorgetragen wurde. Ausgehend von der Lebensbeschreibung des Jacobus Balde nach der Neuburger Jesuitenchronik des Jahres 1668, des Todesjahres des Dichters, wurde das Leben des Paters dargestellt und anhand von Anekdoten und geeigneten Textauszügen aus dem umfangreichen Werk Baldes illustriert. So erfuhren die Zuhörer auf unterhaltsame Weise nicht nur, dass Balde zur Zeit des Rubens der Begründer einer Schlankheitsbewegung, die den Anhängern am Tage des Jüngsten Gerichts von Vorteil sein sollte, war, sondern auch, dass die 17 Kinder des „Schwiegervaters von Europa“, wie Philipp Wilhelm später genannt werden würde, den Pater geradezu abgöttisch verehrten, auch wenn sich dieser manchmal mit ihnen Scherze erlaubte und Backpflaumenwunder zu vollbringen wusste. Ferner erzählten die Schülerinnen und Schüler vom griesgrämigen Donaugott, den Balde angeblich des Öfteren beim Blick aus seiner Kammer im Kloster, die heute als Elternsprechzimmer der Maria-Ward-Schule dient, erblickt haben wollte.

Darüber hinaus wurde mit der Lesung die Neuburger Provinzialbibliothek, die viele kostbare Balde-Schriften in ihrem Bestand hält, unterstützt. Dank der Spenden der Zuhörer konnten in den beiden Lesungen insgesamt 75 Euro erlöst werden, die der Restaurierung des Balde-Werks Jephtias, einer übrigens bislang noch nie aufgeführten, 10 Stunden dauernden Tragödie nach biblischen Motiven, gespendet wurden.

Es wäre schön, wenn im kommenden Jahr wiederum eine Balde-Lesung, wenngleich nicht der Jephtias, aus dem so reichen und ansprechenden Werk des Jacobus Balde stattfinden könnte.

Dr. Gabriele Kaps

"Venite Plurimi!"

Vortrag von Prof. Wilfried Stroh vor den 9. Klassen des Descartes-Gymnasiums

Vortrag von Prof. Stroh am Descartes-Gymnasium

Dieser Aufforderung kamen wir 'Lateiner' der 9. Jahrgangstufe gerne nach, als Professor Stroh alias Valahfridus im Theatersaal des Studienseminars zu seinem Vortrag De mira dulcedine linguae Latinae - „Vom Zauber des Lateinischen“ lud. Gespannt warteten wir auf die Rede des Professors, da wir schon im Lateinunterricht von unseren begeisterten Lehrern gehört hatten, welcher großer Liebhaber des Lateinischen heute vor uns mit einem rhetorischen Feuerwerk sprechen würde. Und die Lehrer hatten nicht zu viel versprochen, denn wir wurden keinesfalls enttäuscht.

So erklärte uns der Professor anschaulich die drei Tode der lateinischen Sprache, die letztlich erst zu ihrer Unsterblichkeit geführt hätten. Faune und Propheten, meinte er schmunzelnd, hätten sich 1200 v. Chr. als erste Lateinsprecher in Latium bewährt; es dauerte gut 1000 Jahre, bis die lateinische Sprache ihren ersten symbolischen Tod erlitt, indem sie sich von nun an nicht mehr stark veränderte, sondern zu einer kunstvoll stilisierten Schriftsprache reifte.

Im Zuge der Völkerwanderung und mit dem allmählichen Auftreten der frühen romanischen Sprachen, verlor das Lateinische zusehends an Bedeutung und starb seinen zweiten Tod, da es mehr und mehr von den Volkssprachen verdrängt wurde und nicht mehr automatisch als Muttersprache erlernt wurde. Doch 789 n. Chr. mit der Bildungsreform Karl des Großen fand auch der Lateinunterricht wieder seinen Platz in europäischen Klassenzimmern. Dank dieser Reform erlebte die "mittellateinische" Literatur zwischen 800 bis 1200 n. Chr. ihre Blütezeit. Allerdings starb das Lateinische nun seinen dritten symbolischen Tod durch das trockene "scholastische" Latein, das nun zwischen 1250 und 1500 n. Chr. an den in dieser Zeit neu entstehenden Universitäten als Wissenschaftssprache Verwendung fand.

Leider hörten die Ausführungen des Professors schon beim 'dritten Tod' auf, da sich der Zeiger auf der Uhr, so schien es einigen von uns jedenfalls, sich während des Vortrags rasend schnell dem Schulschluss um dreizehn Uhr genähert hatte.

Doch lange waren noch nicht alle unsere Fragen beantwortet und so bot sich uns beiden die Möglichkeit nach dem Vortrag Valahfridus noch mit Fragen zu löchern. So wollten wir natürlich wissen, wie es denn zu seiner Leidenschaft für das Lateinische gekommen war. Entgegen unserer Erwartung erzählte uns Professor Stroh, dass Latein während seiner Schulzeit nicht zu seinen Lieblingsfächern gehört hätte. Vielmehr begeisterte er sich für die Musik. Er übte sich jedoch schon damals im schnellen Übersetzen von Texten, indem er während der allwöchentlichen Predigten des Vaters in der Kirche - sein Vater war Pastor - sich die Zeit vertrieb, indem er im Kopf versuchte, das eben Gehörte simultan ins Lateinische zu übersetzen. Dies sei, so Prof. Stroh, eine gute Übung für die Formenlehre gewesen.

Nach seinem Abitur dachte er zunächst an ein Studium der Philosophie und Theologie, wozu er Hebräisch und Altgriechisch erlernen musste; dann aber entschloss er sich zunächst um des Griechischen willen zum Studium der Klassischen Philologie. Erst der römische Dichter Ovid entfachte in ihm die Leidenschaft für die lateinische Sprache; besonders die Amores, die Liebesgedichte von Ovid, hatte es dem jungen Wilfried Stroh angetan. Nach Beendigung seines Lateinstudiums wollte er eigentlich Gymnasiallehrer werden, schlug dann aber doch die wissenschaftliche Laufbahn ein.

Und noch heute, wenn man ihm gebannt zuhört, spürt man, welche tiefe Hingabe dieser Mann für das Lateinische empfindet. Es war eine Ehre und bereichernde Erfahrung, Professor Stroh unseren Gast nennen zu dürfen und so den Zauber des Lateinischen spüren zu können.

Shadan Hussain, Michéle Schmid 9d

Bauernhof-Exkursion der Klasse 5c

Interview der Klasse 5c mit Frau und Herrn Mayer, Inhaber eines landwirtschaftlichen Betriebes in Hessellohe, im Rahmen des Wandertages am 29.07.2013: 

Emma: Grüß Gott Frau und Herr Mayer! Wir finden es toll, dass Sie uns erlaubt haben, heute Ihren Hof zu erkunden. Gleich am Anfang möchten wir Ihnen ein paar Fragen stellen. Wir haben im Unterricht schon viel über die Landwirtschaft gelernt und möchten wissen, ob das stimmt.

Jule: Warum sind Sie Landwirt geworden und würden Sie diesen Beruf wieder ergreifen?

Frau Mayer: Zunächst habe ich das Gymnasium besucht und studiert, danach zwei Jahre bei der Post gearbeitet. Anschließend lernte ich meinen Mann kennen. Wie meine Eltern ist auch er Landwirt. Zusammen haben wir dann den Betrieb aufgebaut. Da es sehr aufwendig war, bei der Post zu arbeiten, da ich jeden Tag mit dem Zug nach München pendeln musste, habe ich den Beruf aufgegeben. Und: Ja, ich würde wieder Landwirtin werden.

Aimee: Wie sieht der Alltag auf dem Bauernhof aus?

Frau Mayer: Jeder Tag ist im Prinzip gleich: Wir stehen um 5.30 Uhr auf, um uns um die Tiere zu kümmern. Um 7.00 Uhr muss ich mich um die Kinder kümmern, die zur Schule gehen. Ab 8.00 Uhr machen wir dann mit verschiedenen Arbeiten am Hof weiter oder fahren auf die Felder. Um ca. 17 Uhr habe ich Feierabend, mein Mann um 20 Uhr oder auch später.

Aimee: Ist es möglich, dass Sie in den Urlaub fahren?

Frau Mayer: Ehrlich gesagt: Nein. Einer von uns muss immer auf dem Hof bleiben – ein gemeinsamer Urlaub ist somit nicht möglich.

Aimee: Lohnt es sich heute noch finanziell, Landwirt zu sein?

Frau Mayer: Man braucht einen großen Betrieb, denn die Zuschüsse werden immer weniger. Viele Landwirte mit kleinen Betrieben gehen nebenbei anderen Berufen nach.

Tobias: Wie viel Ackerfläche bewirtschaften Sie?

Herr Mayer: Wir haben ungefähr 120 ha.

Maximilian: Was bauen Sie an?

Herr Mayer: Wir bauen Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Weizen und Gras an.

Magdalena: Wie düngen Sie Ihre Felder?

Herr Mayer: Wir düngen unsere Felder hauptsächlich mit Gülle und Mist und auch mit Kunstdünger. Den kennt ihr vielleicht, das sind kleine, weiße Kügelchen.

Magdalena: Welche Maschinen verwenden Sie?

Herr Mayer: Wir haben einen Schlepper, einen Heuwender, eine Quaderballenpresse, einen Kartoffelvollernter, einen Pflug, eine Sämaschine, einen Mähdrescher und ein Mähwerk.

Oliver: Bauen Sie auch Tierfutter selbst an?

Herr Mayer: Ja, wir bauen für die Tiere Mais, Gras und Futterweizen an.

Anna: An wen verkaufen Sie Ihre Anbauprodukte?

Herr Mayer: Die Milch wird an die Neuburger Milchwerke geliefert. Aus den Zuckerrüben wird in der Zuckerfabrik Zucker hergestellt. Aus den Kartoffeln wird in einer Schrobenhausener Fabrik Stärke gewonnen. Das Getreide wird zum Teil als Viehfutter verwendet, zum anderen Teil wird Brot daraus gemacht. Ein großer Abnehmer ist die Baywa.

Neuzugang Jüngstes Kälbchen (1 Tag) Moderner Kuhstall
 

Maximilian: Welche Tiere haben Sie?

Frau Mayer: Wir haben 180 Kühe und 70 Kälber. Ansonsten sechs Hühner, einen Hund und ein paar Katzen.

Marlene: Womit füttern Sie die Tiere?

Frau Mayer: Wir füttern unsere Tiere mit Silage, Heu, Mais und Kleegras. Im Sommer meistens mit Kleegras, Heu und Silage, im Winter eher mit Silage, Heu und Mais. Eine Kuh frisst am Tag etwa 15-20 kg.

Jule: Benutzen Sie Melkroboter?

Frau Mayer: Ja, denn diese ersparen uns viel Arbeit. Zuvor hatten wir einen Melkstand, wo man mehrere Kühe gleichzeitig melken kann. Obwohl ich am Anfang eher skeptisch war, haben wir uns schließlich einen Melkroboter gekauft. Da er sehr praktisch ist, haben wir uns zwei weitere angeschafft. Ein Melkroboter kann 60 Kühe melken, kostet allerdings heute ungefähr 200.000 Euro. Alles geht jedoch nicht automatisch: Es gibt auch faule Kühe oder welche, die krank sind und von selbst nicht zum Melkroboter gehen. Da muss ich dann nachhelfen.

Maximilian: Wie viel Milch produziert eine Kuh?

Frau Mayer: Unsere Kühe produzieren ca. 6.000-7.000 Liter Milch im Jahr. Andere Kühe, z.B. in Norddeutschland geben zum Teil auch mehr Milch, diese sind dann aber nicht, so wie unser Fleckvieh, auch dazu geeignet, Fleisch zu produzieren.

Magdalena: Verkaufen Sie auch Ihre Tiere?

Frau Mayer: Ja, leider müssen wir welche verkaufen, da es sonst viel zu viele Tiere werden.

Leoni: Haben Sie sich schon überlegt, ökologische Landwirtschaft zu betreiben?

Herr Mayer: Bei einem großen Betrieb ist das nicht möglich, da man eine große Menge Helfer benötigen würde, die das Unkraut von den Feldern entfernen. Wir haben uns als Ziel gesetzt, gesunde Lebensmittel zu produzieren. Dafür ist es nötig, Pflanzenschutzmittel gegen Pilzbefall einzusetzen.        

Schickes Cap vom Maschinenring Picknick im Garten der Gastgeber
Die Hausherren spendieren eine kleine Stärkung.

Die Klasse 5c und ihr Geographielehrer, Herr Kulzer, bedanken sich für das interessante Interview.

 

Betreten die USA zukünftig grüne Pfade?

Der Vortrag von Prof. Dr. Matthias Fifka, den die SchülerInnen der Q11 und Q12 am 25. Januar 2013 besuchten, versuchte diese hochaktuelle Fragestellung aus historischer wie gegenwärtiger Sicht in sehr lebendiger und verständlicher Weise zu beleuchten - und dies vor dem Hintergrund der Amtseinführung Obamas.

Barak Obama

 By brookage (Flickr) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

"[…] We, the people, still believe that our obligations as Americans are not just to ourselves, but to all posterity. We will respond to the threat of climate change, knowing that the failure to do so would betray our children and future generations. Some may still deny the overwhelming judgment of science, but none can avoid the devastating impact of raging fires, and crippling drought, and more powerful storms. The path towards sustainable energy sources will be long and sometimes difficult. But America cannot resist this transition (…) we will preserve our planet, commanded to our care by God. [..]” (Obama, Inauguration Address Jan. 21st 2013)

With these lines of his inaugural speech Barack Obama addressed his fellow Americans to show them the need of measures to be taken to prevent further climate change. His words might give hope to environmentalists all over the world, but also incite heated discussions. How can Obama possibly give environmental concerns first priority on his political agenda - in a country where economic growth and material prosperity have ranked and still rank higher than the protection of nature?

It was exactly this question whether America was actually greening which was dealt with in a lively presentation on January 25th 2013 that our Grade 11 and 12 students had the chance to attend. Prof. Dr. Matthias Fifka of the DAI (= Deutsch-Amerikanisches Institut) in Nürnberg, who himself had lived in the U.S. for five years, explained the development of the green movement in the US, introduced various environmental groups and evaluated their wide range of goals nowadays.

Due to his own experiences in the States Fifka can now say that for some Americans being green is simply considered “chic”. – Those who do not find it important to be “chic”, however, do not see the necessity (or do not have the financial means) to drive energy efficient cars, turn the heating down, buy organic food, or install solar panels, ….

Ergo, much awareness raising still needs to be done to make around 300 million people change their wasteful and harming habits. Obama has to convince his fellow politicians - who keep ignoring the option of going green on a larger political level. Yet, during the US President’s second term of office this will be a long and extremely stony way past a rather uncooperative Congress and the influences of lobbyists. The latter ones mostly represent the interests of environmentally-unfriendly industries. Therefore, it is no surprise that Obama fully supports fracking, a method that uses chemicals to separate oil from the stones and sands underground – and thus pollutes soil and water resources and in some cases even cause landslides and earthquakes. When it comes to maintaining the States’ supremacy in the energy sector, Barack Obama obviously does not seem to bother. He, too, follows those politicians who are found on the “Top 10 Green Economy Losers” ranking list.

Finally, Fifka notes that Barack Obama, the family man, is surely the ‘greenest’ activist - yet as a politician he has to think strategically and diplomatically for his country.The greenish words in his inaugural speech do imply the United States’ good will to change their attitude towards environmentalism. However, major large-scale green improvements in the near future may still have to be waited for..

Prof. Fifka

Foto von Prof. M. Fifka freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Thanks to Prof. M. Fifka for a very topical, well-structured and vivid talk! (by Lisa Hartmann, Q12)

 

Fachsitzung als Fortbildung

Hofmeier im Armeemuseum

Am 6. November 2013 fand eine besondere Sitzung der Fachschaft Geschichte/Sozialkunde statt. Alt-Schulleiter Franz Hofmeier lud anlässlich seiner Tätigkeit als Museumspädagoge und seiner neuesten Publikation "Der Erste Weltkrieg. Für Kinder und Erwachsene" in das Bayerische Armeemuseum Ingolstadt. Es gelang ihm, mit einem museumspädagogischen Ansatz die Geschichtslehrer durch das Museum zu führen.

 

DELF- Diplom 2013

Seit vielen Jahren wird am Descartes-Gymnasium Neuburg in regelmäßigem Turnus die schulische DELF-Prüfung, das sog. DELF scolaire, durchgeführt. Auch dieses Jahr war es Ende April wieder soweit; seitens der Gymnasiasten bestand großes Interesse, ihr Können unter Beweis zu stellen. Insgesamt meldeten sich 17 Schüler und Schülerinnen aus den 9ten,  vornehmlich aber 10ten Klassen für die Niveaustufe B1 an. Da die Teilnehmer allesamt sehr motiviert waren, nahmen sie auch gerne das freiwillige Übungsangebot im „DELF-Vorbereitungskurs" an und fühlten sich somit für die anstehenden Prüfungen gut vorbereitet.

Die schriftliche Prüfung mit den drei Teilprüfungsgebieten  Hörverstehen - Leseverstehen -  Textproduktion fand bayernweit am Samstag, den 29.4.13 statt; in den Folgewochen wurde dann vormittags bzw. nachmittags - je nach Stundenplan der DELF-Prüferin bzw. der Teilnehmer und Teilnehmerinnen -  die mündliche Prüfung abgenommen, bei der die Prüflinge u. a. die Aufgabe hatten,  zu einer vorgegebenen Situation mit der Prüferin ein Rollenspiel durchzuführen bzw. in der Fremdsprache über ein vorgegebenes Textthema zu diskutieren und Fragen zu beantworten.

Erfreulicherweise gab es in beiden Prüfungsteilen an unserem Gymnasium bemerkenswerte Prüfungsergebnisse. Da die Ergebnisse der schriftlichen zentralen Prüfung jedoch erst nach Redaktionsschluss des Jahresberichts vom Institut français de Munich übermittelt wurden, konnten sie leider nicht mehr in diesen aufgenommen werden.

Die besten mündliche Prüfungsergebnisse (maximal zu erreichende Punktezahl: 25) erzielten:

Johanna R. (23,5) und Eric M. (23), beide aus der Klasse 10b

Über das beste Gesamtergebnis (maximal zu erreichende Punktezahl: 100) konnte sich freuen:

Sabrina B. (92), ebenfalls 10b

Bei einem kleinen Umtrunk erhielten die DELF-Schüler und -Schülerinnen Ende Juni ihre Prüfungszertifikate ausgehändigt; die endgültigen Diplome werden dann im Dezember 2013 vom Institut français de Munich an die Schule bzw. die Teilnehmer geschickt werden.

Fachschaft Französisch, A. Hader

Do you know our neighbours?

P-Seminar Englisch: Oral-History-Project – Migration

Im Rahmen unseres P-Seminars beschäftigten wir uns mit dem Thema Migration und interviewten einige Bewohner des Asylbewerberheims Neuburg, um interessante Geschichten aus ihrem Leben zu erfahren.  Um unser Vorhaben in die Tat umzusetzen, nahmen wir Kontakt mit dem Asylbewer-  berheim auf und trafen uns mit dessen Leiter Herr Amler zu einem Gespräch. Bei diesem Treffen informierte er uns über das Neuburger Asylbewerberheim, klärte uns über das  Asylverfahren auf und brachte uns den Alltag der Bewohner nahe. Anschließend führte uns Herr Amler über das Gelände und zeigte uns zum Beispiel Gemeinschafts- und Waschräume. Dadurch bekamen wir einen tiefen Einblick in die Lebensumstände der Bewohner.

Nach einiger Zeit trafen wir uns erneut, um die Interviews mit einigen Migrantinnen und Migranten in Zweiergruppen zu führen, was den Hauptteil unseres Seminars darstellte. Unsere Interview-partner, die sich bereitwillig unseren Fragen stellten, kamen aus verschieden Ländern, wie zum Beispiel Ghana, Afghanistan und dem Kongo. Bei diesen Gesprächen, die wir auf Englisch führten, erfuhren wir viel über die Situation in ihrem jeweiligen Heimatland, ihre Flucht und ihr jetziges Leben in Neuburg. Als sehr bewundernswert empfanden wir ihre optimistische Einstellung gegenüber ihrem weiteren Leben, trotz ihrer tragischen Schicksale. So erzählte uns beispielsweise einer der Bewohner, dass er seine Familie vermisse, aber trotzdem engagiert Deutsch lerne, um in eine positivere Zukunft blicken zu können. Die Gespräche mit unseren Interviewpartnern waren ein sehr interessantes und berührendes Erlebnis, dass so manches Vorurteil aus der Welt schaffte.

Als Dankeschön für die Interviewten und die Mitarbeiter des Asylbewerberheims organisierten wir ein kleines Grillfest, bei dem wir gemeinsam aßen und uns unterhielten.

Die Informationen über unsere Interviewpartner, deren Heimatländer und unsere persönlichen Eindrücke präsentierten wir erst innerhalb unseres Seminars, und anschließend fertigten wir Plakate für eine kleine Ausstellung in unserem Schulhaus an.

Zum Abschluss unseres Projektes riefen wir zu  einer Weihnachtsaktion auf, bei der wir kleine Geschenke von den Schülern jeder Jahrgangsstufe für die Kinder des Asylbewerberheims in Neuburg sammelten, verpackten und sie den Verantwortlichen zukommen ließen.

Abschließend möchten wir uns im Namen aller Seminarteilnehmer bei einigen Beteiligten bedanken:

Bei unserer Seminarleiterin Frau Henze für die gute Idee zu unserem Projekt und ihrer tatkräftigen Unterstützung bei dessen Durchführung, bei Herrn Amler und den anderen Mitarbeitern des Asylbewerberheims für ihre Hilfe, bei unseren Mitschülerinnen und Mitschülern  für ihre großzügigen Spenden bei unserer Weihnachtsaktion, und natürlich bei unseren Interviewpartnern für ihr Bemühen und ihre Offenheit.

Theresa Hieber und Magdalena Reim (Q 12)

 

Schmunzeln mit Schlangen

Das P-Seminar "Journalistik" verfasst aktuelle Artikel und zwischendurch auch literarische Schmankerl. Diesmal: "In der Schlange"


Großbritannien. Der Deutsche steht in der Schlange. Der Brite fragt: "Are you in the queue?". Das hört sich zwar höflich an, bedeutet aber "Wissen Sie nicht, wie man sich anstellt?". Nur weil er mehr Abstand ließ. Er nickte, sah auf seine Uhr und erschrak - zu spät. Er beschloss sich etwas vorzudrängeln. Die Briten, zu gut erzogen, um ihn daran zu hindern, kommentierten das mit gezischtem "tststs". Irritation, denn dass man das Queuing hier besser schnell lernen sollte, wusste er nicht.
(von Lena Rein)


Blau.

Blau und klar.

Die großen Kulleraugen in dem runden kleinen Gesichtchen blicken so unschuldig drein.

Das Herz noch leicht und unbeschwert.

Auf einmal fängt das Kind an zu weinen und zu quengeln.

Wir stehen jetzt auch schon mindestens fünfzehn Minuten in der Schlange an der Kasse.

Ich wünsche mir, ich hätte auch ein wenig von dieser Unbeschwertheit.

Mein größtes Problem wäre das lange Warten an der Kasse. In der Schlange. (von Tamara Maraun)


Ihr Magen knurrt. Es ist eisig kalt. Vor ihr stehen nicht nur Junkies und Alkis. Viele Menschen stehen da, alle mit diesem ganz bestimmten Blick. Mütter mit Kindern, Familien. Alle haben sie ihn, leere Plastiktüten und Mägen. Ihre Hände sind jetzt starr vor Kälte. Dann ist Sie vorne. Sie tut sich immer noch schwer, ihre Tüte aufzuhalten und Lebensmittel von der älteren Frau mit Brille hinein wandern zu lassen. Aber sie ist unendlich froh, dass es diese Frau gibt. (von Katharina Wahlich)


Missmutig häufte ich meine Einkäufe aufs Förderband. Alles ungesund – noch eine missglückte Diät, die dritte diese Woche. Am Dienstag! Die Frau vor mir kümmerte das anscheinend nicht. Trotz ihrer Figur so viele Süßigkeiten... Ganz anders der Herr hinter mir: Er kaufte nur Salat. Ich wollte ihm gerade sagen, welch` Inspiration er sei, da fischte er sich Zigaretten aus dem Metallkasten. Vorbildlich! Plötzlich erschreckte mich die Stimme der Kassiererin: „He, Sie! Aufwachen!" Wie oberflächlich, dachte ich und kramte nach meinem Portemonnaie. (von Kathrin Wolf)


An einem warmen Sonntagnachmittag war ich mit einer Freundin in der Stadt unterwegs. Wir hatten tierisch Lust auf eine Kugel Eis und suchten eine Eisdiele auf. Wie bei diesen Temperaturen zu erwarten war, fanden wir uns in einer furchtbar langen Schlange beim Eisverkauf wieder. Vor uns in der Schlange machte ein Paar alle auf sich aufmerksam, da sie lautstark diskutierten, wer von beiden nun das Eis dem anderen ausgeben darf. Wir dachten uns nur...Wenn man sonst keine Probleme hat...
(von Lisa Daferner)


Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

Den lässt er von der Schlange beißen.

Den lässt er in der Schlange warten,

Sieht weder Berg noch Wald noch Garten.

 

Die Armen, die von ihr gebissen,

Erquicket weder Sonn’ noch Leben,

Von Wut und Warten sie nur wissen,

Soll man dem Vordermann vergeben?

 

Wer lässt denn gerne jemand’ walten,

Der Warteschlangen will erhalten?!

Oh Gott – Da will noch jemand feilschen,

Das Ende! Wird uns Freud’ verheißen. (von Michael Hafner; frei nach: J. von Eichendorff – Der frohe Wandersmann)


Kein Job. Kein Geld. Kein Zuhause. Der einzige Ausweg eine neue Arbeit. Doch um an diese zu kommen, steht man erst mal in einer endlos scheinenden Schlange.
Egal ob gelernter Bäcker, Maurer, Verkäufer – alle warten sie im Amt auf eine neue Perspektive, um einen Ausweg aus Harz IV zu finden. Doch nicht für jeden endet das Warten in der Schlange. (von Stefanie Kneißl)


Es war einmal eine Schlange, ihr Name war Klaus.

Für einen Asiaten war sie ein Augenschmaus.

Doch sie zu essen war ein Graus,

denn in der Schlange war eine Maus

und die kam dann aus des Asiaten Mund `raus.

Danach war` s aus. (von Luis Marques)


Die Schlange schlängelte sich bedrohlich auf mich zu. Absonderliche Laute waren von ihr zu hören, die ich nicht mit einer Schlange verbinden konnte. Immer näher kam sie zu mir. Langsam wurde ich nervös und Schweißperlen sammelten sich auf meiner Stirn. „Heiß hier", dachte ich. Sie war direkt vor mir. „Komm häng dich dran und feier` mit uns! Ran an die Polonaise!" (von Fabian Klingenberg)


 „Verehrte Kunden, Kasse 2 schließt nun, wir bitten Sie Kasse 1 aufzusuchen" – das ist eine Durchsage, die wohl schon ein jeder Supermarktkunde zu hören bekommen hat. Und doch kann man es ein um das andere Mal einfach nicht glauben. Gerade jetzt. Später Nachmittag. Feierabendzeit. Der Supermarkt platzt aus allen Nähten. Natürlich ist nun die beste Gelegenheit, um die Kasse zu schließen. Es ist doch vollkommen logisch, schließlich verbringt doch jeder gerne seine Zeit in Warteschlangen, man hat doch sonst nichts Besseres zu tun. Wer will sich denn schon nach einem harten Arbeitstag entspannen und die freie Zeit genießen? (von Benedikt Buttmann)


 

Wo ist der DIRIDARI? In der TIRELIRE...?!

Moliere BuchObwohl in allen Klassenzimmern des Descartes-Gymnasiums ein Sparschwein - für Spenden an Pater Gerhard - steht, war das Wort „la tirelire“ sicher für die meisten der Oberstufenschüler unbekannt - vor der Lektüre von Molières „Geizigem“. Dass junge Leute, also „Rotznasen“ oder „Stutzer“ in der Liebe „ungenießbar“seien, und, noch dazu „mit ihrem weichlichen Milchgesicht, ihren drei Härchen, die sie zum Schnurrbart hochdrehen, ihren Perücken aus Werg, ihren schlotternden Plumphosen und ihren lässig geöffneten Westen“ für einen stattlichen „sexagénaire“, also einen über Sechzigjährigen, keine wirkliche Konkurrenz in Liebesangelegenheiten darstellen sollten, war für viele Schüler ebenfalls neu. Und die Verwechslung einer attraktiven jungen Frau mit einer Geldkassette führte dazu, dass beide „beaux yeux“ also „schöne Augen“ haben durften!

Siebzig Oberstufenschüler hatten im Französischunterricht diese witzige und turbulent gespielte Komödie Molières vollständig oder auszugsweise gelesen, so dass der Besuch der französischsprachigen Aufführung im Ingolstädter Theater Mitte Oktober eine gelungene Ergänzung darstellte. Kurios und unmenschlich agierte der Protagonist Harpagon als Inbegriff des Geizes und warf damit einen Blick auf die Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, die Molière jeweils karikierte und spöttisch bloßstellte. Während der „Avare“ jedoch zunächst nur geringen Erfolg beim Publikum hatte, erkannten spätere Kritiker, darunter Goethe, die Tragik innerhalb des Familiendramas: Sein Geiz erlaubt es Harpagon nicht mehr, sich und seine Kinder als menschliche Wesen mit Bedürfnissen und Träumen zu verstehen: Liebe und Freundschaft, Aufrichtigkeit und Lebensziele sind aus seiner Sicht stets auf ein „Noch-Mehr“ hin ausgerichtet. Wenn die Gesellschaftsdame Frosine zu Cléante sagt, „Ich bin sicher, dein Vater mag dich - aber sein Geld mag er noch etwas lieber!“ beweist dies die auf den ersten Blick verdeckte zweite Ebene, die das Theaterstück im Zuschauer anspricht. Hélas! Am Ende- kurz vor der Doppelhochzeit seiner beiden Kinder mit jeweils „guten Partien“ - wird selbst Harpagon sein DIRIDARI im TIRELIRE wohl fade: Er telefoniert (!) mit Frosine und macht ein Treffen zum Diner aus - um nicht mehr nur Geld sondern die schönen Augen einer Frau zu sehen!

Antonia Michaelis liest für die 6. und 9. Jahrgangsstufe

Am 11.03.2013 nahmen knapp 300 Schülerinnen und Schüler des Descartes-Gymnasiums an Lesungen mit der Schriftstellerin Antonia Michaelis teil. Da die Autorin sehr vielseitig ist und nicht nur Kinderbücher, sondern auch Werke für Erwachsene schreibt, las sie zuerst für die 6. Klassen aus zwei Jugendbüchern vor, um dann für die 9. Jahrgangsstufe zwei – heute oft auch als Coming-of-Age-Romane bezeichnete – Werke vorzustellen, deren Zielgruppe eher die jungen Erwachsenen darstellen.

Die 1979 in Kiel geborene Autorin ist in Augsburg aufgewachsen. Bevor sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete, studierte sie in Greifswald Medizin, was sich laut eigenen Angaben aber als Irrweg herausstellte. Auf die Frage einer Schülerin, ob man denn vom Schreiben leben könne, antwortete sie, dass sie ganz gut über die Runden komme. Falls das einmal nicht mehr so sein sollte, würde ihr ihr Mann, ein Mediziner, schon ein paar Scheiben Brot abgeben. Heute lebt Michaelis mit ihrer 4-jährigen Tochter und ihrem 2-jährigen Sohn im Norden Deutschlands, gegenüber der Insel Usedom. Die Tatsache, dass ihre Eltern heute noch in Augsburg wohnen, erweist sich als recht praktisch, weil im Falle einer Lesereise im Raum Neuburg die Kinderbetreuung kein Problem darstellt.

Antonia Michaelis Antonia Michaelis

Das erste Buch, das vorgestellt wurde, hat den Titel „Jenseits der Finsterbach-Brücke“. Der Schüler Lasse findet ein Loch in der Mauer, die den Norderwald umgibt, und entdeckt auf der anderen Seite des Finsterbachs eine unbekannte, dunkle Welt. Am Bach trifft er Jörn und unverhofft geraten die beiden Freunde in ein gefährliches Abenteuer: Der Norderwald wird durch etwas Fremdes, Böses bedroht. In der Schwarzen Stadt wird das Leben für Jörns Familie immer unerträglicher und die beiden Jungen erhalten von einem weißen Ritter mysteriöse Botschaften. Sie erkennen, dass zwischen ihren Welten eine geheimnisvolle Verbindung besteht und ein dunkles Geheimnis auf Lasses Vergangenheit lastet.

Frau Michaelis gestaltete den Vortrag aus diesem Buch – genau wie aus den anderen Werken – äußerst lebendig: Es blieb nie bei einer reinen Vorlesung. Sie arbeitete durchwegs mit ausgeprägtem Körpereinsatz; zwischen den vorgelesenen Passagen fasste sie die für das Textverständnis wichtigen Inhalte zusammen und veranschaulichte sie auch mithilfe szenischer Darstellung. In ihrer zweiten Lesung trug sie für die 6. Klassen aus ihrem 2012 erschienenen Werk „Wenn der Windsmann kommt“ vor. Auch hier wird der Leser – wie für Michaelis’ Werk typisch – durch magische Gewalt in seinen Bann gezogen.

Die neunten Klassen konnten dann Auszüge aus einem ihrer neusten Werke („Solange die Nachtigall singt“) und ihrem wohl erfolgreichsten Roman „Der Märchenerzähler“ hören, der seit seiner Erscheinung im Jahr 2011 mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.

Im zuerst genannten Buch geht es um Jari, der sich nach dem Abschluss seiner Tischlerlehre auf Wanderschaft begibt und dabei auf ein rätselhaftes Mädchen trifft, mit dem er sich in eine im Wald gelegene Enklave begibt. Die Tatsache, dass dort nach dem Konsum von Fliegenpilzen Zeit und Raum für ihn zu verschwimmen drohen, dürfte den einen oder anderen Zuhörer an den Protagonisten von Martin Suters Roman „Die dunkle Seite des Mondes“ erinnert haben, der unter dem Einfluss halluzinogener Pilze eine Persönlichkeitsveränderung erfährt und in den Wald flieht.

Nach einigen Passagen aus dem „Märchenerzähler“ wurden die Schülerinnen und Schüler mit der spannenden Frage zurückgelassen, ob die Hauptdarstellerin Anna, ein Mädchen aus besserem Hause, sich nicht nur in einen Jungen verliebt hat, der mit Drogen dealt, sondern möglicherweise auch in einen Mörder.

Mehrere Schüler und vor allem Schülerinnen folgten der Aufforderung der Autorin, Fragen zu stellen und mit ihr im Anschluss an die Lesung über ihr Werk zu diskutieren. Es bestand für die jungen Leser die Möglichkeit, die Romane am Büchertisch käuflich zu erwerben und sich die neuen Errungenschaften von der Autorin signieren zu lassen. Dank der Kooperation mit der Buchhandlung Hugendubel und der finanziellen Unterstützung des Elternbeirats sowie der Neuburger Studiengenossenschaft konnten die Kosten für die Schüler auch heuer wieder niedrig gehalten werden.

(Wolfgang Kulzer)

«Le malade imaginaire»

Gastspiel in französischer Sprache
am Stadttheater Ingolstadt am 19. 10. 2010

Eines der zahlreichen Stücke des großen Komödienschreibers, Schauspielers und Theaterdirektors des 17. Jahrhunderts Molière bleibt fester Bestandteil des Lektürekanons der neuen Oberstufe im G8. Umso erfreulicher war es für 81 Schüler und Schülerinnen der Q 11 und Q 12, ihre Unterrichtslektüre mit der Aufführung des äußerst vergnüglichen Stücks «Le malade imaginaire» zu krönen.

Überzeugt davon, das Opfer aller möglichen Krankheiten zu sein, plant Monsieur Argan, seine Tochter Angélique mit dem Neffen seines Arztes zu verheiraten – der ebenfalls Arzt ist. Angélique hat sich jedoch bereits in einen jungen Mann namens Cléante verliebt. Auch Béline, der Frau Argans, passen die Wünsche ihres Mannes überhaupt nicht, denn ihr wäre es am liebsten, wenn ihr Mann bald das Zeitliche segnen würde, damit sie an sein Geld kommt. Mit fortschreitender Handlung sehen wir, wie diese exzentrischen Charaktere Pläne und Ränke schmieden, um an ihr Ziel zu gelangen. Am Ende wird Argan dazu überredet, sich tot zu stellen, um so die wahren Gefühle seiner Frau und seiner Tochter herauszufinden. Derart aufgeklärt, willigt Argan in die Heirat Cléantes mit Angélique ein und beschließt, selbst Mediziner zu werden.

 Der eingebildete Kranke war Molières letztes Stück, das im Februar 1673 in Paris Première hatte. Als Satire auf den Arztberuf enthält die Komödie ausgeprochen schwankhafte Szenen und war dazu gedacht, den König Ludwig XIV zu amüsieren. Darüber hinaus ist sie eine großartige Charakterstudie eines Hypochonders im Paris der 70er Jahre des siebzehnten Jahrhunderts. Molière höchstpersönlich spielte die Hauptrolle des hypochondrischen Argan. Tragischerweise erlitt er während der vierten Vorstellung einen Schwächeanfall und starb noch am selben Abend.

Die hervorragenden französischen Schauspieler und talentierten Musiker verstanden es, dieses nach wie vor aktuelle Thema so zu interpretieren, dass unsere jugendlichen Zuschauer viel und lauthals lachen konnten.

 

Lesenacht der Klasse 8c

Dunkle Gänge, Weichbodenmatten und ein plötzlicher Knall

Gestärkt von einem gemeinsamen Abendessen machten sich die 23 Schülerinnen der Klasse 8c im verlassenen Schulhaus auf den Weg zur Bibliothek. Nachdem die unheimlichen Gänge mit Gekreische überwunden worden waren, schlugen sie die erste Seite ihrer Lektüre auf. Gebannt lauschten die Jugendlichen sich gegenseitig, während abwechselnd vorgelesen wurde. Alle waren sofort von dem spannenden Jugendbuch „Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher begeistert und konnten sich kaum von ihm lösen.

Als nach elf Uhr schon die ersten 70 Seiten des Buches verschlungen waren, machte sich die Klasse auf zu ihrem Schlafplatz, der Turnhalle. Dort herrschte eine ausgelassene Atmosphäre und lautes Geschnatter schallte durch den Sporttrakt des Gymnasiums. Man erzählte sich Geschichten und Ereignisse und auch die anwesende Deutschlehrerin, die den gesamten Event organisiert hatte, blieb nicht davon verschont.

Schließlich legte man sich jedoch auf den Weichbodenmatten zu Bett und nacheinander schliefen die Teilnehmer ein. Ein lauter Knall um halb vier morgens versetzte zwischenzeitlich alle in Aufruhr. Als sich jedoch herausgestellt hatte, dass das Geräusch nur durch eine Störung der Lüftung verursacht worden war, konnten die Schülerinnen wieder beruhigt einschlafen. Ein gemeinsames Frühstück am nächsten Morgen rundete die Lesenacht ab.

Die Schülerinnen der Klasse 8c

Achim Bröger liest aus seinem Jugendroman „Flammen im Kopf“

Am 21.03.2012 kamen einige Klassen der Unterstufe in den Genuss einer Lesung durch Achim Bröger, einen der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchautoren Deutschlands.

Auch wenn der Name vielen Schülerinnen und Schülern im Vorfeld zum Teil nicht geläufig war, wurden sie doch hellhörig, als sie erfuhren, dass Herr Bröger nicht nur Verfasser zahlreicher Geschichten und Romane ist, sondern auch für Radio und Fernsehen schreibt. So wirkte er bei den erfolgreichen Serien „Sendung mit der Maus“ und „Löwenzahn“ mit und auch bei „Neues aus Uhlenbusch“, einer der bekanntesten Kinderserien der 1970er Jahre, welche vielleicht weniger den Schülern, aber auf jeden Fall so manchen Eltern noch ein Begriff sein dürfte. Momentan arbeitet der Autor unter anderem an einem Kinofilm.

Achim Bröger im Musiksaal des Studienseminars

Bevor Bröger aus seinem Jugendroman „Flammen im Kopf“ vorzulesen begann, kam er zunächst mit den Kindern ins Gespräch. Wie lange er denn brauche, um ein Buch zu schreiben, lautete die Frage einer Schülerin. Dass dies unter Umständen viel Zeit in Anspruch nehmen könne, erläuterte er am Beispiel von Meyers Großem Kinderlexikon, an dem er insgesamt über vier Jahre geschrieben habe.

Deutlich schneller ist sein Werk „Mein 24. Dezember“ entstanden, in dem aus der Sicht eines jungen Hundes auf äußerst humorvolle Weise erzählt wird, wie eigentümlich sich die Menschen an diesem „seltsamen“ Tag benehmen – ein sehr erfolgreiches Buch, das sogar ins Japanische übersetzt wurde.

Im Roman „Flammen im Kopf“ geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die das Osterfeuer ihrer Nachbargemeinde entzünden. Es handelt sich hierbei um einen Streich, der seit Jahren immer wieder ausgeführt wird. Doch diesmal ist alles anders, denn in dem brennenden Holzstapel sitzt ein Junge – als Wachtposten. Hals über Kopf fliehen die fünf Brandstifter – vor der Polizei, vor der Rache der Nachbargemeinde und vor sich selbst.

Das Buch behandelt ernste Themen wie Gewalteskalation, Gruppenzwang und Schuldzuweisungen. Es kann jedoch auch als Krimi betrachtet werden – der Autor erwähnte, dass er aus diesem Werk auch schon auf Krimifestivals gelesen habe.

Dem Buch liegen wahre Begebenheiten zugrunde: Achim Bröger konnte selbst in seiner Umgebung erleben, wie es beim hinterlistigen Entzünden des Osterfeuers zu einem Unfall mit Todesfolge kam.

In seiner sehr abwechslungsreich gestalteten Lesung wurden auch den Schülern Fragen gestellt: So wollte Herr Bröger wissen, wer von den Anwesenden während der letzten Woche freiwillig, lediglich zum Privatvergnügen, in einem Buch gelesen habe. Die klare Mehrheit der Anwesenden meldete sich. Bröger betonte, dass er nicht nachvollziehen könne, warum er immer wieder mit dem Klischee konfrontiert wird, die „Kids“ von heute würden nicht mehr lesen. Auch statistisch konnte der Jugendbuchautor diese Vorstellung widerlegen: Die größten Zuwächse im Buchhandel seien im Bereich der Kinderliteratur, und zwar in der Gruppe der 8-12-Jährigen zu verzeichnen – ein Trend, zu dem offensichtlich auch die Schülerinnen und Schüler des Descartes-Gymnasiums ihren Beitrag geleistet haben.

Zum Schluss nutzten mehrere Kinder noch die Möglichkeit, sich ein Buch vom Autor signieren zu lassen.

 

Dank der großzügigen Unterstützung durch die Neuburger Studiengenossenschaft konnten die Kosten für die Schüler niedrig gehalten werden.

Wolfgang Kulzer

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