Neuburg an der Donau
naturwissenschaftlich-technologisches
und sprachliches Gymnasium
Gerade weil das Descartes-Gymnasium mit rund 1000 Schülerinnen und Schülern keine kleine Schule ist, legen wir großen Wert auf persönliche Kontakte zwischen allen Mitgliedern der Schulfamilie. Ein wertschätzender Umgang, eine offene und respektvolle Kommunikation und gegenseitige Unterstützung bilden dabei die Basis unserer Schulgemeinschaft. Gemeinsam gestalten wir ein buntes und vielseitiges Schulleben mit zahlreichen Projekten und Veranstaltungen. Neben dem breit gefächerten Bildungsangebot des Gymnasiums wartet das Descartes mit einer Vielzahl von Zusatzangeboten auf, sodass jede Schülerin und jeder Schüler in ihren bzw. seinen individuellen Stärken gefördert werden kann. Dabei bleiben wir nicht stehen, sondern versuchen uns beständig im Lernen, Lehren und Erziehen weiterzuentwickeln und Neues zu entdecken.
Fachschaft Französisch
Zum ersten Mal gastierte die französische Geschichtenerzählerin Catherine Bouin am Descartes-Gymnasium. Catherine Bouin ist eine professionelle “conteuse“ (= Erzählerin) aus der Provence, die dort an zahlreichen Kulturtagen, Theaterwochen auftritt und sogar am Sommerfestival in Avignon ihren festen Platz hat. Mit ihrem einzigartigen Erzähltalent erfüllt sie Geschichten, Sagen und Legenden aus ihrer Heimat ausdrucksstark mit Leben. Auf der Suche nach der Wahrheit, nach dem Wesentlichen erzählt sie von der Beziehung von Mensch und Natur, einer Natur, die gezähmt wird und einer Natur, die Angst einflößt.
Weit über Frankreich hinaus bekannt, ist sie inzwischen auch ein gefragter Gast an deutschen Gymnasien. Am 25. Juni 2014 hatten unsere FranzösischschülerInnen von der 6. bis zur 9. Klasse die Gelegenheit, eine Schulstunde lang ihren Geschichten zu lauschen. Mit Hilfe von Gestik, Mimik und kleinen Zeichnungen verstand sie es in kürzester Zeit, ihre jungen Zuhörer ausschließlich auf französisch in ihren Bann zu ziehen. Unsere SchülerInnen waren begeistert – ob die Erzählungen von menschlichen Schwächen handelten oder ob es um lustige Missgeschicke ging, die jedem von uns im Alltag passieren können. Darüber hinaus hatte sie knifflige Rätsel in ihrem Repertoire, die die Schüler mal schneller mal weniger schnell lösen konnten. Unsere Schüler freuten sich über das Erfolgserlebnis, der französischen Sprache so mühelos folgen zu können. Ein Schüler aus der 6. Klasse quittierte diese positive Erfahrung mit den Worten “Ich hab die ja voll gut verstanden.“ - Was will man mehr....
G. Kelnhofer
Was ist DELF scolaire?
DELF scolaire ist ein international anerkanntes Sprachdiplom, das sich an den Anforderungen und Niveaustufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens orientiert. Durch die Teilnahme am DELF scolaire hat man die Möglichkeit, einen schulunabhängigen Nachweis über die eigenen Sprachkenntnisse zu erwerben.
Es war ein lauer Mai-Abend und vor dem Descartes Gymnasium versammelten sich 37 abenteuerlustige Schüler und drei entspannte Lehrer um sich auf den 18-stündigen Trip nach Sète/Südfrankreich aufzumachen. Nach langer Verabschiedung von Familie und Freunden ging es mit Kissen, Decken und reichlich guter Laune im Gepäck auf nach Frankreich. Auf der Fahrt legten wir zwei Stops in Avignon und am Pont du Gard ein, schließlich kamen wir erschöpft, zufrieden und uns nach einer Dusche sehnend gegen 17 Uhr am Parking de la Péniche an. Dann machten wir uns auf zu den Gastfamilien, verteilten unsere Gastgeschenke und nach einer individuellen Abendplanung schliefen wir glücklich ein.
Kurz vor Weihnachten werden über eine Durchsage alle an einem Frankreichaustausch interessierten Schüler zu einem ersten Treffen eingeladen. Dort erhalten sie den offiziellen Elternbrief, der sie über die Durchführung und die Organisation der Sète-Fahrt informiert. Das beiliegende, sorgfältig auszufüllende Schülerprofil soll dazu beitragen, möglichst geeignete deutsch-französische “Paare“ zu bilden.
Wer kennt es nicht: Wenn nach dem obligatorischen "Bonjour, Madame" das Fernsehgerät in den Französischunterricht gefahren wird und der wohlklingende Satz ertönt: "On va regarder un film aujourd´hui." [Für alle Nicht-Franzosen: Ohn wa rehgahrde an fihlm ohjuhrdwi]. Heißt: Heute gibt´s keinen Hefteintrag, keine Grammatik, sondern hauptsächlich was zum Gucken. Da geht ein Seufzen durch die Klasse, es wird getuschelt, zurückgelehnt und gedacht: "Toll, heute lernen wir nichts!"
Denn wenn das P-Seminar "Karambolage" den Beamer in die Klassenzimmer rollt, ist der Lernerfolg garantiert. Unser P-Seminar, tituliert mit dem ARTE-Sendungsnamen "Karambolage", hat es sich in einjähriger (mühevoller!) Arbeit zum Ziel gemacht, nur einige der unzähligen Unterschiede zwischen Deutschland und unseren französischen Nachbarn in einem Kurzfilm unterrichtsreif zu präsentieren. Das Repertoire an Beiträgen, die die deutsch-französische Freundschaft, wie sie seit 40 Jahren im Elysée-Vertrag vereinbart ist und aus der der Kulturkanal ARTE entstand, reicht bei unseren Filmen von kulinarischen Unterschieden, so der deutschen Brezel und ihrer Herkunft sowie dem typisch französischem Carambar und den amusements über vermarktete Witze, über kulturelle Verschiedenheiten, so den überraschend verschiedenen Osterbräuchen dies- und jenseits des Rheins bis hin zu linguistischen Analysen über den "Hund, der in der Pfanne verrückt" wird.
Nach einer eingehenden Befassung mit professionell gedrehtem Karambolage-Material und der Themenwahl hinsichtlich der vier Kurzfilme, für die sich das Seminar entschied, wurde schließlich zur Kamera gegriffen und gedreht. Dabei waren Probleme hinsichtlich der Equipmentorganisation, kamera- und computertechnische Unklarheiten und Ausfälle in letzter Sekunde natürlich vorhersehbar. Als aber Anfang Dezember auch auf die letzte DVD ein selbstgemachter Aufkleber gedrückt wurde, konnte das Ergebnis voll Stolz in den Französischklassen der Mittel- und Oberstufe präsentiert werden. Denn mit Karambolage ist hier nicht der Zusammenstoß, der Massenunfall im herkömmlichen Sinn gemeint, sondern die Konfrontation mit den Sitten und Bräuchen unserer Nachbarn, den FranVais. Wer sich bewusst wird, welche Unkenntnis der anderen Kultur noch bei Deutschen und Franzosen vorherrscht, hat mehr gelernt als den Subjoncif von avoir (nebenbeit: que j´aie, que tu aies, ... nee, Spaß) zu pauken.
Wer aber denkt: "Quelle bêtise! Des is doch wahrscheinlich eh voll der langweilige Schwachsinn!", der hat sich gewaltig geirrt. Mit viel Humor, Bierzeltl-Stimmung, Tierakrobatik (!), Ostergeschenken, Blicke hinter die Kulissen und Comedy-Effekten sowie professioneller Gestaltung des gesamten Films wollen wir all diejenigen ansprechen, die vielleicht mit Französisch "nicht so viel am Hut" haben oder die Sprache noch nicht in Perfektion beherrschen. Es geht vielmehr um den Inhalt als um sprachlichen Lernerfolg. Denn "Franzos" und "Deitscher" verstehen sich zur Not auch mit "Gestik und Grunzen", wie einige der Kurzfilme eindrucksvoll vor Augen führen.
Andrea Possmayer, Q 12
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